Die Online-Offensive des WEF

Wie in jedem Jahr treffen sich die Topmanager und Spitzenpolitiker der Welt am Word Economic Forum (WEF) in Davos in der Absicht, die Welt zu verbessern.

Ein Blick auf die WEF-Website verrät, dass die Veranstalter im 2008 noch mehr als in den Vorjahren auf den Online-Dialog mit interessierten Menschen setzen. Auf einer speziell eingerichteten Portalseite mit dem Titel "Davos Conversation" gibt es einen Direkteinstieg in verschiedene Blogs, einen Flickr-Corner mit aktuellen Fotos vom WEF, einen Link zum eigenen Twitter-Account, sowie eine Übersicht mit Technorati-Links zu den letzten Blogposts zu verschiedenen Themen des WEF.

Screenshot von Davos Conversation
[Screenshot der Davos Conversation]

Ausserdem besteht die Möglichkeit, die Diskussionen am WEF bei Reuters in Second Life zu verfolgen und eine YouTube-Debatte mit dem Titel "The Davos Question".

Der exemplarische Einsatz zahlreicher neuer Internetkanäle am WEF zeigt eindrücklich, in welche Rolle die traditionellen Medien momentan gedrängt werden. Internetunternehmen wie Google regeln nämlich nicht mehr nur den weltweiten Zugriff auf Informationen im Netz. Sie organisieren zunehmend auch die Diskussion im Internet.

Noch vor wenigen Jahren hätte man diese Rolle den klassischen Medien zugesprochen. Doch anstatt die Diskussionen im Web selber zu organisieren, wurde im Print-, Radio- und TV-Journalismus bisher bloss über das Geschehen bei YouTube et al. berichtet.

Die Medien müssen in eine neue Rolle finden. Eine davon ist eine klassische: die Interpretation der gelieferten Information. Eine andere ist die des Handelsunternehmens: Informationen müssen nebst der Deutung auch verbreitet werden. Und hier spielen neue Kommunikationskanäle im Internet eine entscheidende Rolle.

Die Entwicklung, die noch keineswegs abgeschlossen ist, bleibt auch nicht ohne Rückwirkung auf die Unternehmenskommunikation: Die traditionellen Kommunikationskanäle wie Medienkonferenzen und Medienmitteilungen verlieren jegliche Bedeutung, wenn sie nicht einen echten Mehrwert bieten. Dieser Mehrwert besteht künftig darin, dass den Journalisten über die klassischen Informationskanäle vor allem   Hintergrundinformationen für eigenständige Berichte und Kommentare geboten werden.

Will ein Unternehmen sein Publikum ungefiltert erreichen, muss es umdenken und seine eigenen Informationskanäle im Netz aufbauen.

Quelle: Google Blog


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