Nachrichten sind gratis im Netz

Bedrängt von Gratiszeitungen und Online-Medien, gebeutelt von sinkenden Auflagen und rückläufigen Werbeeinnahmen und nun akzentuiert durch das Web 2.0 ist bei den traditionellen Medien seit Längerem ein Prozess im Gang, der die Informationslandschaft nachhaltig verändert. Grundsätzliches Merkmal: die Verlagerung der primären Informationsquellen ins Netz.

Es sind beileibe nicht nur die kleinen Verlagshäuser, die den wirtschaftlichen Druck spüren. Auch die grossen Verlage haben trotz derzeitiger Hochkonjunktur mit einer relativ schmalen Marge zu kalkulieren. Werbemittel wandern in andere Medien ab und die Abonnentenzahlen gehen zurück. Denn im Web und im Zeitungskasten sind die täglichen Nachrichten auch gratis zu haben.

Die jüngsten Beispiele für diese Entwicklung kommen aus Deutschland. Das Nachrichtenmagazin Focus beispielsweise stellt ab sofort alle Texte, die seit dem 18. Januar 1993 erschienen sind kostenlos in einem Online-Archiv zur Verfügung. Und einem Bericht der Computerwoche zufolge bereitet auch das Nachrichtenmagazin Spiegel ein umfassendes und vor allem kostenfreies Rechercheportal im Internet vor.

Das Printmedium wird zum Zweitmedium, das die Inhalte der Online-Ausgabe am anderen Tag oder im Verlaufe der Woche vertieft. Die Online-Ausgaben der Printerzeugnisse und TV-Nachrichtensendungen werden zu neuen Leitmedien aufgewertet und funktionieren als Newsgate für den endlosen Nachrichtenfluss. Hatte früher die Druckmaschine den Nachrichten-Takt bestimmt und bis vor kurzem noch der Halbstundentakt der Radionachrichten, so findet fortan die Nachricht jetzt in diesem Moment statt. Rund um die Uhr und während sieben Tagen in der Woche, ohne Sonn- und Feiertage.

Was bedeutet das nun für die weitere Entwicklung der Unternehmenskommunikation? Das Gedränge bei den traditionellen Gatekeepern wird weiter zunehmen. Wer es versäumt, sich in die neue Nachrichtenwelt einzuklinken, gerät in Vergessenheit und wer in einer Krisensituation auf die Instant-Berichterstattung im Netz nicht adäquat reagieren kann, hat ein Problem.

Via: Storyblogger


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