Platzt im 2008 die Web 2.0 Blase?

Nach Einschätzungen von Investor Jens Kunath wird in diesem Jahr die Web 2.0 Blase platzen. Er schreibt in seinem Blog:

Die web2.0-Blase wird 2008 platzen. Aber da draußen wird es kaum einer hören. Denn die meisten web2.0-Hirngespinste sind in der realen Welt noch gar nicht angekommen.

Kunath ist überzeugt davon, dass im laufenden Jahr viele Web 2.0-Start-ups das Handtuch werfen müssen. Und seine Begründung ist schlüssig:

... vielen web2.0-Ideen fehlt das Einnahmemodell. Ich habe seit März '07 mehr als 500 Businesspläne erhalten. Weniger als 10 davon waren für mich so interessant, dass ich investieren wollte.

Im ersten Moment wird man bei Kunath's Äusserungen an eine der zahlreichen fundamentalen Kritikreden am Web 2.0 erinnert. Aber der erste Eindruck täuscht. Der Mann hat als Investor selber in Web 2.0-Start-ups investiert. Wie rentabel diese Investitionen bis heute waren, eschliesst sich mir leider nicht. Tut hier auch nichts zur Sache.

Denn die Frage ist vielmehr, ob es sich beim Web 2.0 tatsächlich nur um eine Blase handelt, die irgendwann zu platzen droht? Ich bin da anderer Meinung. Denn das Phänomen Web 2.0 ist nicht einfach nur ein weiterer Dotcom-Hype, der von Wenigen gemacht wurde, damit noch Weniger davon profitieren.

Web 2.0 ist ein Phänomen der breiten Masse. Und dabei geht es nicht nur um Portale mit User generated Content. Es geht auch nicht darum, Blogs und Wikis als omnipotente Wunderwaffe. Bei den jüngsten Entwicklungen im Internet geht es darum, dass Privatpersonen und immer häufiger auch Organisationen Arbeitsprozesse ins Netz verlagern und dadurch immer mehr Menschen online Informationen austauschen und miteinander kommunizieren.

Und für diese Art der Onlinekommunikation braucht es Tools. Manch einer mag das Web 2.0 oder bereits Web 3.0 nennen. Wie auch immer. Wichtig ist nur die Erkenntnis, dass das Phänomen keine reine Marketingerfindung ist und im Zweifelsfall echten Mehrwert bietet.

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