Wikia - Die nächste Revolution?

Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass Google eine eigene Wissensplattform starten will, in der jedermann  Wiki-ähnliche Beiträge verfassen kann. Nun schlägt Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales mit Wikia Search zurück.

Screenshot von Wikia Search
[Screenshot von Wikia Search]

Am kommenden Montag soll die Testphase der neuen Internetsuchmaschine Wikia starten. Tausende Internetnutzer sollen dabei ehrenamtlich mithelfen, das Web zu durchsuchen und zu indexieren. Wales kündigte an, dass zum Start von Wikia etwa 50 bis 100 Millionen Webseiten sortiert sein sollen. Das ist bloss ein Bruchteil dessen, was die beiden Suchgiganten Google und Yahoo bis heute indexiert haben.

Aufgrund der riesigen Datenmengen, die das Internet birgt, dürfte es auch für Wales nicht einfach werden, grössere Marktanteile im Internetsuchmarkt zu gewinnen. Selbst der Software-Riese Microsoft kommt mit seiner Suchmaschine Windows Live seit Jahren kaum vom Fleck.

Anders als bei den meisten Konkurrenten setzt Wales bei Wikia jedoch darauf, dass Menschen Webseiten besser interpretieren und einordnen können als Programme, die bisweilen vor allem bei mehrdeutigen Begriffen so ihre Probleme haben. Ausserdem sollen im Gegensatz zu Google oder Yahoo bei Wikia auch die Ordnungskriterien transparent sein.

Wales möchte nach eigenen Aussagen mit Wikia auch Geld verdienen. Über die konkreten Pläne wurde bisher jedoch noch nichts bekannt. Man darf aber gespannt sein, inwieweit sich das Business-Modell von Wales monetarisieren lässt.

Eines der grössten Probleme von Wikia ist der kleine Datenbestand, der zu Beginn des Projekts vorhanden sein wird. Entscheidend wird also sein, wie schnell es Wales und seinem Team gelingt, ähnlich viele ehrenamtliche und aktive Nutzer für das Projekt zu gewinnen wie bei Wikipedia. Dann nämlich dürfte der Datenbestand in kurzer Zeit stark anwachsen und – wer weiss – der Konkurrenz sogar ein wenig das Wasser abgraben.

Ausser Frage steht auch, dass die etablierte Konkurrenz Wales bei seinem Vorhaben nicht einfach tatenlos zuschauen wird. Vor allem Google hat in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt, dass das Unternehmen auch auf neue Entwicklungen im Markt schnell und flexibel reagieren kann.

Abgesehen davon schwimmt Google förmlich im Geld und verfügt deshalb über einen äusserst wirksamen Apparat, um die bestehenden Webdienste gut weiterzuentwickeln. Man darf also gespannt sein, wie sich die neue Suchplattform Wikia in diesem Umfeld entwickeln kann/wird.

Quelle: Financial Times Deutschland

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